Eine Radtour durch eine besonders reizvolle Landschaft, aber mit niedrigem Schwierigkeitsgrad für die ganze Familie: das bietet der Mangfall-Radweg in Oberbayern. Die Tour führt von München nach Rosenheim. Die Mangfall ist ein oberbayerischer Nebenfluss des Inn. Zunächst fährt der Radler auf ganz normalen Radwegen aus der Stadt München hinaus; ab Feldkirchen-Westerham führt der Weg landschaftlich schön am Fluß entlang. Aying und Bruckmühl sind ebenso Stationen der Tour wie Bad Aibling. Die 66 Kilometer lange Strecke lohnt sich, da es zwischen Inn und dem Tegernsee einige der schönsten Landschaften Bayerns zu entdecken gibt.
Niedriger Schwierigkeitsgrad
Der Mangfall-Radweg verläuft überwiegend eben, so dass es keine besonderen Schwierigkeitsgrade oder Steigungen gibt. Radler fahren bequem entlang des Flusses. Den Mangfall-Radweg kann man auch gut mit Kindern entlang fahren. Auch ältere Menschen werden auf der 66 Kilometer langen Fahrt keine Schwierigkeiten mit extremen Steigungen bekommen.
Sehenswertes auf der Mangfall-Radtour
Wer noch nie in München war, sollte sich vor dem Aufbruch per Fahrrad die dortigen Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen. Der Viktualienmarkt, die Frauenkirche, das Schloss Nymphenburg und natürlich der Englische Garten laden zu ausgiebigen Entdeckungen und Spaziergängen ein. Wenn die Fahrradrucksäcke dann schließlich gepackt sind, kann es losgehen.
Von Aying nach Bruckmühl
Zunächst erreicht man auf dem Mangfall-Radweg Aying. Hier steht der höchste Maibaum Europas; Kinder werden vom Bergtierpark Blindham begeistert sein. Sehenswert sind auch die Pfarrkirche Sankt Andreas und die Kriegerkapelle Sankt Lambert. Entlang des Mangfall-Radweges gibt es viele reizvolle Flecken die zum Verweilen einladen. Das Flußufer eignet sich hervorragend zum Sonnenbaden und Picknicken. Gerade auf kurzen und anspruchsarmen Radtouren mit der ganzen Familie kann die Last der Picknickzutaten auf mehrere Fahrradrucksäcke verteilt werden. Zutaten für eine bayerische Brotzeit können vor dem Start in München bequem besorgt werden. In Bruckmühl lockt ein Streichelzoo mit Schafen, Pferden und Ziegen. Hier sollte genügend Zeit eingeplant werden, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Der Ort ist auch ein alter Industriestandort; die Überreste alter Produktionsstätten künden noch davon. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit mit Knödeln und Schweinebraten auf dem Marktplatz oder in einem der umliegenden Restaurants geht die Radtour weiter nach Bad Aibling.
Von Bruckmühl nach Bad Aibling
In Bad Aibling sind neben dem Marktschreiberhaus vor allem der St. Michaels Brunnen und das Theresienmonument sehenswert. Die Stadt ist das älteste Moorheilbad in Bayern; 2007 wurde eine Therme eröffnet, die den Ort zu Bayerns jüngstem Thermalbad macht. Das Wasser der hiesigen Desiderius-Quelle kommt aus 2300 Metern Tiefe; das bayerische Gesundheitsministerium hat sie als Heilquelle offiziell anerkannt. Benannt ist die sie nach dem Gründer des Moorheilbades. Der Arzt Desiderius Beck eröffnete 1845 die Moorschlamm- und Sole-Badeanstalt. Das Heilwasser soll gegen Rheuma, aber auch gegen orthopädische und neurologische Krankheitsbilder helfen.
Bad Aibling ist auch historisch interessant. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier eine US-Kaserne mitsamt Abhörstation. Diese war Teil des Abhörsystems „Echelon“. Erst 2004 wurde sie komplett geräumt. Jetzt entsteht hier die „Nullenergiestadt“ Mietraching, die durch intelligente Energiesparstrategien ein Modell für die Zukunft sein soll. Lohnenswert ist hier ein Besuch des ersten Holz-Hochhauses Deutschlands.
Von Bad Aibling nach Rosenheim
Endstation der Radtour auf dem Mangfall-Radweg ist Rosenheim. Natürlich gibt es auch dort zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken, besonders wenn ein weiterer Tag eingeplant wird. Denn hier lohnt es sich, die Fahrradrucksäcke abzusetzen und die Museen und historischen Bauten der Stadt zu erkunden. Besonders interessant sind das Innschiffahrtsmuseum, das Holzmuseum, der Salingarten und das historische Rathaus. In der schönen Altstadt können Radfahrer den Tag bei einem Weizenbier und traditioneller bayerischer Küche ausklingen lassen. Das Mittertor sollte unbedingt besichtigt werden, denn es ist das einzige erhaltene Markttor aus der Zeit vor 1350 und das älteste Bauwerk der Stadt. An der Fassade an der Seite des Ludwigsplatzes sieht man das Wappen der Stadt, eine weiße Rose auf einem roten Hintergrund, daneben das Wappen Bayerns. Die so genannte „kleine Fußgängerzone“ der Stadt lohnt sich ebenfalls; entlang des Gillitzerblocks auf der Münchener Straße ist besonders die Architektur interessant. Besonders schön sind die aufwändig renovierten Fassaden der Häuser aus der Gründerzeit. In Rosenheim die Fahrrad Rücksäcke nochmal für ein paar Stunden oder einen ganzen Tag abzusetzen lohnt sich also auf jeden Fall. Wer übernachten möchte, findet in der Altstadt und in der Umgebung zahlreiche Hotels verschiedener Preisklassen. Der Rückweg nach München kann dann gegebenenfalls auch bequem mit dem Zug zurückgelegt werden.
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