Ungarn bietet mehr als Paprika und Piroska
Einsame Csárdas, schmachtender Zigeunergesang, schnauzbärtige Männer und feurige Frauen – selten ein Land ist mit so vielen Klischees verbunden worden. Dabei hat Ungarn viel mehr zu bieten. Die Natur des Landes im Karpatenbecken, das ungefähr so groß wie Bayern ist, wird geprägt von fruchtbaren Ebenen, waldreichen Mittelgebirgen, malerischen Flussauen und Seen sowie Vulkanen, Steppe und zahllosen Thermalquellen. Prächtige historische Schlösser, Burgen und Kirchen zeugen von Ungarns bewegter Vergangenheit, von der zumeist nur die Epoche der Doppelmonarchie Österreich- Ungarn unter Kaiser Franz-Josef I und seiner Frau Sissi bekannt ist.
Die „Bäderstadt“ Budapest
Malerisch schmiegen sich die Stadtteile Buda und Pest an die Donau und bilden zusammen Ungarns Hauptstadt Budapest, die gleichzeitig mit mehr als 30 Museen und 20 Theatern das Kulturzentrum des Landes bildet und zu den schönsten Städten Europas zählt. Vom Jugendstil und den klassizistischen Bauten des 19. Jahrhunderts geprägt, wird Budapest mit seinen mehr als 100 erschlossenen Thermalquellen, unter denen sich vier noch aus der türkischen Herrschaft des 16. Jahrhunderts befinden, auch als „Bäderstadt“ bezeichnet. Hauptattraktion der Stadt ist das Burgviertel in Buda mit dem barocken Königspalast aus dem 18. Jahrhundert. Empfehlenswert für den Genuss kalorienschwangerer Leckereien in historisch prunkvoller Atmosphäre ist das schon legendäre alte Kaffeehaus „New York“ – früher „Hungaria“, dass schon viele berühmte Autoren zu seinen Stammgästen zählen durfte.
Ungarns Meer heißt Balaton
Eingerahmt von Vulkanbergen im Norden und endloser Weite im Süden, ist Mitteleuropas größter See der Balaton (Plattensee), ein Paradies für Sonnenhungrige und Wasserratten. Dieser sehr flach abfallende Steppensee ist besonders für Kinder zum Baden geeignet. Die um den See liegenden Badeorte, urigen Dörfer und Burgen sorgen durch viele Sehenswürdigkeit für Abwechslung.
Die Puszta vereint Klischee und Realität
Zum steppenartigen Gebiet im ungarischen Tiefland mit seinen typischen Ziehbrunnen und einsamen Gehöften gehören nicht nur scharfe Paprika und halsbrecherische Reiterkunst, sondern auch malerische kleine Orte und Städte mit mediterranem Flair. Viele traditionelle Besonderheiten der Puszta werden im Nationalpark Hortobágy nahe Hajdúszoboszló bewahrt. Der seit 1999 durch die UNESCO geschützte, ungefähr 800km² große Park ist nämlich nicht nur Vogel- und Naturschutzreservat. Hier werden auch alte Dörfer und Ziehbrunnen sowie sehr alte Haustierarten vor der Vernichtung bzw. vor dem Aussterben bewahrt.


